Musikalischer Werdegang

Sakuro, bürgerlich Sascha Schneider, wurde an einem windigen ersten Advent im November 1993 in Marburg geboren.

Schon früh entdeckte er seine Liebe zur Natur und eine starke Bindung zu Tieren aller Art und festigte diese durch Waldbesuche und das Halten eigener Tiere, wie Chinesischer Seidenhühner oder einem Airdale Terrier. Bereits damals fiel ihm auf, dass seine Begeisterung für Tiere und die Natur bei weitem nicht alle seiner Spielgefährten teilten. Im Gegenteil: Die meisten schienen entfremdet und verhielten sich respektlos gegenüber sich selbst und der Natur.

Mit 14 Jahren begann er im Zeichen der Rebellion sich mit Gleichgesinnten wie dem Rapper Slex zusammenzuschließen und eine Hip-Hop-Formation zu gründen. Lange Zeit hielt sich diese unter dem Namen SGP (Sounds Goood Productions) und Sakuro, damals noch als Hash Taylor bekannt, produzierte die Beats und Instrumentals. In der Gruppe trafen verschiedenste Typen von Rappen aufeinander, die einen kamen aus der Plattenbausiedlung, die anderen aus einem gut betuchten Vorort. Äußerlich teilten sie nicht viel, doch der innere Antrieb war derselbe: sich Gehör verschaffen, denn man hatte etwas zu sagen!

Nach Beendigung der Schulzeit mit 19 Jahren löste sich die Formation allmählich auf, zurück blieben die beiden Gründer Slex und Sakuro (damals noch Hash Taylor). Hash Taylor produzierte sein Album „Die Enkephallus-Verschwörung“, welches jedoch nie den öffentlichen Markt erreichte. Das hatte seine Gründe. Zum einen war es sein erstes deutschsprachiges Werk, was mit einer starken Verunsicherung in Bezug auf die Veröffentlichung einherging, zum anderen zog er kurz nach Abschluss der Produktion mit seiner Freundin und Künstlerin Sophie Sunshine, bürgerlich Sophie Schäfer, nach Berlin und tauchte dort in die Club- und Techno-Szene ein. Sofort entflammte eine neue Leidenschaft für die treibenden Bässe und die bunte Menschenvielfalt.

Für die folgenden 3 Jahre zog er sich fast vollständig aus der Hip-Hop-Szene zurück und produzierte experimentelle elektronische Musik mit Techno- und House-Einflüssen. Unter seinem neuen Pseudonym Cayodi veröffentlichte er mit 22 Jahren das Album „13“, auf welchem Sophie Sunshine die meisten der dezent gesetzten und stimmungsgebenden Vocals eingesungen hatte, und zog damit durch kleinere Clubs in Berlin und Marburg. Ein Charakteristikum des Albums, welches bis heute besteht, waren die selbst eingespielten Trommel-Grooves, welche seiner Ansicht nach einen archaischeren, treibenderen Effekt auf die tanzenden Rezipienten hatten, als althergebrachte Synthesizer-Klänge. Auch wurden hier viele mit einem Field Recorder aufgenommenen Naturgeräusche teilweise rhythmisch, teilweise atmosphärisch verarbeitet.

Nach einer krankheitsbedingten musikalischen Schaffenspause im Jahr 2016 formte sich aus den beiden Charakterteilen Hash Taylor und Cayodi allmählich eine Fusion mit dem neuen Namen Sakuro.

Doch zunächst mussten die etwas eingestaubten Rap-Fertigkeiten des jungen Mannes wieder neu beseelt werden. Wieder zurück in Marburg ergab sich eine Zusammenarbeit mit seinem alten Kindheitsfreund HalfBakedOne, welcher die Boombap-lastigen Instrumentals des neuen Projekts beisteuerte. Die noch junge Sakuro-Identität hatte somit sehr viel Zeit und Raum zum erdichten des neuen sprachlichen Gewands. Mit dem fertigen Album „Wir Kinder vom Gleis 9 3/4“ wagte er die ersten Gehversuche in einer neuen, alten Szene mit SGP-Mitbegründer Slex als Backup-Rapper und musste sehr schnell feststellen, dass die neuen, spirituell-sphärischen Inhalte seiner Texte bei den meisten Hip-Hop-Fans auf taube Ohren stießen. Er war eben nicht mehr Hash Taylor, daher musste ein neues Konzept entwickelt werden.

Um sein volles Potential auszuschöpfen, entschloss er sich, das nächste Album wieder von A bis Z selber zu produzieren. Das hatte zur Folge, dass er die Cayodi-Trommel-Grooves und -Naturgeräusche mit der Coolness des Hash Taylor und den neuen spirituellen Inhalten von Sakuro verband. Als Produkt erschien dann 2018 „Neo-Indianer“. Boom. Ein erster Meilenstein.

Doch damit spielte er nicht mehr auf Hip-Hop-Cyphern, sondern auf illegalen Techno-Raves und Festivals, in unabhängigen Kommunen und Neo-Hippie-Zusammenschlüssen. Die Message war klar: back to the roots!

Während „Pachamama“ eine Ode an Mutter Erde darstellt, rastet man zu „Freak Out“ schon mal ekstatisch aus, während man in den sanften Klängen von Sophie Sunshine badet, wird man von Sakuro’s harten Ansagen unablässig weitergetrieben, während man in sphärischen Synthesizer-Klängen abhebt, holen einen Kombucha’s Didgeridoo-Basslines zurück auf den Boden der Basssachen. Um einen perfekten Live-Flow zu garantieren steht außerdem der junge Goa-DJ Kamaeh an den Decks. Das Album feiert die bunte Party des Lebens mit einer wilden Mischung aus Rap, Techno, Gesang, Tribal und Live-Instrumenten.

Mit dem kommenden Projekt „FREAKOS & Rebellen“ geht es nun in die nächste Runde, die neo-indianischem Grundsteine in ein ekstatisches Ritual zu verwandeln mit Sakuro als Master of Ceremony.

neocoverfront